Inklusion auf der Bühne und im Probenraum
An der HDMK wurden inklusive Tanz- und Schauspielworkshops in Deutscher Gebärdensprache durchgeführt. Unter der Leitung des gehörlosen Tänzers, Choreografen und Schauspielers Dodzi Dougban erlebten die Studierenden neue Formen des künstlerischen Ausdrucks – jenseits von Lautsprache.
Die Workshops förderten nicht nur kreative Zusammenarbeit, sondern auch ein grundlegendes Umdenken: Studierende lernten, Barrieren abzubauen und Inklusion aktiv in ihre zukünftige künstlerische Arbeit zu integrieren.
Barrierefreiheit für blinde und sehbehinderte Menschen stärken
Ein weiteres Projekt setzte den Fokus auf Audiodeskription – also die sprachliche Beschreibung visueller Inhalte für blinde und sehbehinderte Menschen. Studierende wurden zunächst praxisnah geschult und entwickelten gemeinsam mit Expert:innen Audiodeskriptionen für die Theaterproduktion „Die Politiker“ am Wilhelma Theater.
Damit entstand ein doppelter Mehrwert: Zum einen wurde eine konkrete Aufführung barrierefrei zugänglich gemacht, zum anderen wurde langfristig Kompetenz aufgebaut, um kulturelle Angebote inklusiver zu gestalten. Perspektivisch soll Audiodeskription fest in den Ausbildungsalltag an der HMDK integriert werden.
Gebärdensprache im Theater sichtbar machen
Ein besonderer nächster Schritt war die Integration von Deutscher Gebärdensprache (DGS) in eine neue Theaterproduktion: „Rand“ am Staatstheater Stuttgart in Zusammenarbeit mit dem Schauspiellehrgang der HMDK. Nach den sehr positiven Erfahrungen an der HMDK mit den vorherigen inklusiven Inszenierungen und Workshops wurde auch dieses Stück für gehörlose und hörende Menschen gleichermaßen zugänglich gemacht werden – ein Novum für das Staatstheater.
Damit wird nicht nur ein neues Publikum angesprochen, sondern auch ein wichtiges Signal gesetzt: Inklusion gehört auf die Bühne und mitten in die Gesellschaft. Besonders Schulklassen, darunter auch inklusive Lerngruppen, sollen so gezielt erreicht werden.
Ein gemeinsames Ziel: Teilhabe für alle
Ob durch Gebärdensprache auf der Bühne oder durch Audiodeskription im Theater – die Projekte zeigen, wie vielfältig Inklusion umgesetzt werden kann. Sie tragen dazu bei, Barrieren abzubauen, neue Perspektiven zu eröffnen und kulturelle Angebote für ein breiteres Publikum zugänglich zu machen. Studierende sammeln frühzeitig praktische Erfahrungen mit barrierefreier Gestaltung und lernen, unterschiedliche Bedürfnisse von Publikum und Mitwirkenden mitzudenken. So kann eine neue Generation von Kulturschaffenden entstehen, die Inklusion selbstverständlich integriert.
Mit unserer Förderung unterstützen wir diesen Wandel hin zu mehr Teilhabe, Sichtbarkeit und Chancengleichheit im Kulturbereich.
