„Miteinander statt nebeneinander“
Ein Slogan, der für viele Beziehungen gilt: wir arbeiten lieber miteinander als nebeneinander her, in unserer Partnerschaft sind wir lieber mit unserem Partner als neben ihm und im Alltag von Menschen mit Behinderung sind Assistenz- und Pflegebeziehung ein sensibles Thema.
Die Idee zu dem Seminar „Miteinander statt nebeneinander“ kam Yvonne Schirm in ihrer Arbeit als Coachin und Maria-Cristina Hallwachs in ihrem eigenen Pflegealltag als hohe Tetraplegikerin. In Zusammenarbeit mit Nina Gutzeit und Ralf Vorschel entstand daraus ein Pilotprojekt zur Gestaltung ganz persönlicher Assistenzverhältnisse.
„Wir haben gemeinsam einen Blick auf unsere Assistenz-Beziehungen geworfen und das Gleiche dann getrennt getan, also Assistenznehmer*innen im einen und Assistenzgeber*innen im anderen Raum. Wir haben versucht, die unterschiedlichen Rollen zu enttarnen und unsere sehr menschliche Interpretation der Rollen zu hinterfragen. Wir haben uns bekannte Kommunikationsmodelle angeschaut und diese tauglich gemacht für unseren ganz praktischen Alltag. Wir haben unsere eigenen Umgangsweisen mit Konflikten von außen angeschaut und haben darüber gelacht oder auch den Kopf geschüttelt. Das Fazit des Seminarwochenendes könnte sein: „Ich darf liebevoll auf mich schauen, ich bin schon ganz o.k. so wie ich bin. Und ich habe aber auch gutes Werkzeug an die Hand bekommen, ein paar Dinge anzupacken!“
Zweiter, wichtiger Aspekt des Wochenendes war, dass Menschen mit sehr hohen Hilfebedarfen zwei komplette Tage gemeinsam verbracht haben. Sie konnten sich untereinander austauschen, Erfahrungen von anderen mitnehmen und richtig viel Spaß miteinander haben. Auch da gab es ein deutliches, einstimmiges Fazit: „Soviel Solidarität haben wir allen noch selten erlebt!“
Die Claudine und Eike Hallwachs-Stiftung hat gemeinsam mit der DGM, der Deutschen Gesellschaft für Muskelerkrankte, Region Baden-Württemberg die Hauptkosten des Seminars getragen. Die drei Coaches haben ebenfalls einen Spezielpreis gemacht und zusätzlich viel Herzblut und ehrenamtliche Arbeit hineingesteckt.
Nicht zuletzt konnte die Claudine und Eike Hallwachs-Stiftung jedem / jeder Teilnehmer*in, wenn gewünscht, einen Zuschuss geben und so die Teilnahme für alle möglich machen.
Nach diesem extrem erfolgreichen Wochenende hoffen alle – Teilnehmer*innen sowie Veranstalter*innen – in Zukunft daraus ein langfristiges und nachhaltiges Seminar entwickeln und durchführen können.